So präsent in den Medien wie heutzutage war Poker lange nicht. Die Live Übetragungen großer Turniere, bei denen es Preisgelder in Millionenhöhe zu gewinnen gibt, erregen ebenso Aufmerksamkeit wie der jüngste Überfall auf die European Poker Tour in Berlin.
Und welcher ambitionierte Anfänger würde sich irgendwann nicht gerne zu den professionellen Pokerspielern zählen, die, ohne mit der Wimper zu zucken, um astronomische Beträge spielen?
Um diesen Traum wahr werden zu lassen, muss allerdings jeder zunächst die Theorie des Spiels begreifen und eine sichere Kenntnis der Grundlagen von Poker erwerben.
Bevor aber Begriffe wie das Full House und die Straight erklärt werden, müssen sie wissen, dass man zum Poker spielen ein Kartenspiel mit 52 Karten benutzt: 2-10, Bube, Dame, König, Ass, jeweils in Karo, Kreuz, Pik und Herz. Die Spieleranzahl ist beim Poker beliebig. Manche schwören auf eine Einer-gegen-Einen-Situation, andere auf ein Spiel mit sechs oder zehn Spielern. Theoretisch können jedenfalls bis zu zweiundzwanzig Spieler von der Partie sein, de facto wird aber selten mit mehr als zwölf Personen gepokert. Natürlich spielt man beim Poker oft um echtes Geld. Die Spielchips, die Pokerspieler am Tisch immer in der Hand haben, repräsentieren dieses und jeder kann sich, wenn er mitspielen will, an einem Tisch einkaufen. Wenn man sich, zum Beispiel, für 30 Euro einkauft und dafür 300 Chips erhält, dann auf 900 durch gutes Spiel verdreifacht und aufhört, bekommt man für die 900 Chips 90 Euro. In Turnieren spielt man aber so lange, bis ein Gewinner feststeht, man kann also nicht einfach so gehen und sich Geld entsprechend seiner Chipzahl ausbezahlen lassen. Sobald dann nur noch ein Spieler übrig ist, werden die Preisgelder anhand der Platzierungen ausbezahlt. Die Aufgabe des Kartenmischens und -gebens wandert im Poker nach jeder Runde im Uhrzeigersinn um einen Spieler weiter. Dieser wird im Poker “Dealer” genannt. Direkt nach dem Dealer kommt der „Small Blind“, dann der „Big Blind“. Dazu jetzt mehr. Damit im Poker immer ein Grundpot entsteht, die Spieler am Tisch haben wollen, gibt es die Blinds. Der “Big Blind” ist der Mindesteinsatz des Spiels, der “Small Blind” die Hälfte davon. In einem Spiel, in dem die Blinds also bei „150/300“ stehen, muss der Small Blind 150 Chips und der Big Blind 300 Chips setzen. Wenn – als Alternative zum Blind-Konzept – jeder Spieler, der eine Hand ausgeteilt bekommt, den Mindestbetrag setzen muss, nennt man das Ante. Das Prinzip ist dasselbe: Ein Mindestpot in jeder Hand.
Soweit zum Grundlegenden, nun kommen wir zur Hauptsache; dem Spiel an sich. Das Ziel beim Poker ist es, in jeder Hand aus dem Gesamtpool der verfügbaren Karten, also den verdeckten und natürlich auch allen offenen, die jeder Spieler sehen und verwenden darf, das beste mögliche Blatt zusammen zu setzen. Dieses Blatt besteht immer aus fünf Karten. Hier in aufsteigender Anordnung die Blätter im Poker:
High Card: Sie haben keins der Gewinnblätter im Poker. Es zählt die höchste Karte.

High Card
Pair: Sie haben zwei Karten eines Wertes, zum Beispiel 2 Damen.

Pair
Two Pair: Sie haben zwei paare.

Two Pair
Trips: Sie haben drei Karten mit des gleichen Wertes.

Trips
Straight: Sie haben fünf Karten hintereinander.

Straight
Flush: Sie haben fünf Karten in Herz, Karo, Kreuz oder Pik.

Flush
Full House: Sie haben ein Paar und einen Drilling (Trips).

Full House
Four of a Kind: Sie haben die vier Karten desselben Wertes

Four of a kind
Straight Flush: Sie haben eine Straße (straight) in Herz, Karo, Kreuz oder Pik.

Straight Flush
Royal Flush: Sie haben einen straight flush von Ass bis Zehn.

Royal Flush
Spannend am Poker ist allerdings, dass nicht automatisch die beste Hand gewinnt. Wer es schafft, mit geschickt kalkulierten Einsätzen seinen Gegner zum Folden zu bringen, gewinnt den Pot. Wie man durch richtiges Setzen in den jeweiligen Bietrunden die Kontrollen über seine Gegner gewinnt, sollen in den kommenden Wochen die weiteren Artikel zum Thema Poker erklären.


